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DIE BEDEUTUNG

Was die Sema-Zeremonie bedeutet, Teil für Teil

Die Sema ist keine Choreografie, sondern ein Gebet mit fester Ordnung. Was die Eröffnung, der Umgang, die vier Selams und der abgeworfene schwarze Umhang jeweils innerhalb des Ritus bedeuten.

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Die drei Gewänder und was jedes bedeuten soll

GarmentWhat it isTraditional meaning
SikkeHohe KamelhaarmützeDer Grabstein des Egos
HirkaSchwarzer Umhang, abgelegt vor der DrehungDas Grab; das Grabmal des Selbst
TennureWeißes Gewand, darunter enthülltDas Leichentuch und die Auferstehung

Eine Ordnung, keine Improvisation

Das Wichtigste, was man vor einer Sema wissen sollte, ist, dass nichts daran spontan ist. Die Zeremonie folgt einer festgelegten Abfolge, die seit Jahrhunderten überliefert wird, und jede Bewegung trägt eine Bedeutung, die die Teilnehmer verstehen, auch wenn das Publikum sie nicht erkennt. Ohne dieses Wissen betrachtet, kann der Ritus wie langsames, sich wiederholendes Drehen zu fremder Musik wirken. Mit diesem Wissen gelesen, wird dieselbe Stunde zu einer inszenierten Erzählung von der Reise der Seele hin zum Göttlichen und zurück in die Welt. Was folgt, ist der grobe Verlauf dieser Abfolge. Die Details variieren leicht zwischen den Veranstaltungsorten und zwischen einem verkürzten Programm und einem vollständigen Abend in der Semahane, aber das Grundgerüst ist konsistent, und es zu erkennen, während es vorüberzieht, ist der größte Teil dessen, was aus dem Zuschauen ein Verstehen macht.

Die Eröffnung: Lob und Atem

Die Zeremonie beginnt im Sitzen mit einem gesungenen Lobpreis auf den Propheten Muhammad, einer andächtigen Einleitung, die den Ritus eindeutig als Akt der Anbetung und nicht als Aufführung verankert. Es folgt eine Improvisation auf der Ney, der Rohrflöte, deren hauchiger, klagender Klang als der göttliche Atem verstanden wird, der der Schöpfung Leben schenkt – dasselbe Rohr, dessen Sehnsucht Rumis Masnavi eröffnet. Ein Trommelschlag wird oft als der göttliche Befehl gedeutet, der das Universum ins Dasein rief. Erst nach diesem Rahmen beginnt jede Bewegung. Die Eröffnung verlangt einem Besucher, der Spektakel erwartet, Geduld ab, doch sie ist kein Aufwärmen und keine Verzögerung: Lob und Atem sind die Zeremonie, die erklärt, was sie ist, bevor sich auch nur ein Derwisch zum Drehen erhebt.

Der Gang und die vier Selams

Die Derwische erheben sich und umkreisen gemeinsam den Boden in einem langsamen, sich verneigenden Zug, grüßen einander im Vorbeigehen – ein Abschnitt, der oft als Sultan-Veled-Gang bezeichnet wird. Das eigentliche Drehen ist in vier Grüße, die Selams, unterteilt, und jeder wird traditionell als eine Stufe des spirituellen Weges gelesen: der erste ein Erwachen zu Gott durch Wissen; der zweite ein Staunen über die Majestät der Schöpfung; der dritte das Auflösen dieses Staunens in Liebe und die Hingabe des Selbst; der vierte eine Rückkehr, in der der Derwisch seinen Platz als Diener mitten in der Schöpfung annimmt. Für ein ungeschultes Auge wirken die vier nahezu gleich, und diese Gleichheit enttäuscht jene, die Abwechslung erwarten. Das ist beabsichtigt. Die Reise ist eine nach innen, und die äußere Ruhe des Musters ist der Punkt.

Warum sie sich so drehen, wie sie sich drehen

Das Drehen selbst ist eine Form des Gedenkens. Der Derwisch rotiert gegen den Uhrzeigersinn, dreht sich auf dem linken Fuß und stößt sich mit dem rechten ab, wiederholt still den Namen Gottes mit der Bewegung, die Augen offen, aber unfokussiert, sodass der Raum zu einem Schleier verschwimmt. Die Arme sind die klarste Aussage des gesamten Ritus: Die rechte Handfläche ist nach oben gerichtet, um Gnade von oben zu empfangen, die linke nach unten, um sie an die Erde weiterzugeben. Der Derwisch wird nicht als Tänzer verstanden, der Können zeigt, sondern als Kanal, durch den etwas vom Himmel empfangen und der Welt gegeben wird. Der Kopf ist geneigt, der Körper eine langsame Achse. Geschwindigkeit und Schwindel sind nicht das Ziel; ein gleichmäßiges, anhaltendes Drehen, das im Prinzip endlos weitergehen könnte, ist es.

Das Kostüm ist das Argument

Die Kleidung spricht die Bedeutung so deutlich aus wie jede Geste, und das Ablegen eines Gewandes ist das leiseste Drama der Zeremonie. Die hohe Kamelhaarmütze, die Sikke, soll den Grabstein des Egos darstellen. Der schwarze Umhang über den Schultern, die Hirka, steht für das Grab oder das Grabmal und wird unmittelbar vor Beginn des Drehens abgeworfen. Darunter kommt das weiße Gewand zum Vorschein, die Tennure, verstanden als Leichentuch und als Auferstehung. Achten Sie auf diesen Moment: Das Abwerfen des schwarzen Umhangs ist ein symbolischer Tod des Selbst, und was in Weiß zum Drehen aufsteigt, ist die wiedergeborene Seele. Wenn man es einmal so gelesen hat, hört das Kostüm auf, exotische Kleidung zu sein, und wird zum Argument, das der gesamte Ritus vorträgt – getragen am Körper.

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